Die JUSO Schweiz fordert die Verstaatlichung der Pharmabranche und ein steuerfinanziertes Gesundheitssystem!

06.09.2020 - Muriel Günther

Mit ihrer Delegiertenversammlung vom 5. September in Bussigny (VD) hat die JUSO Schweiz seit dem Ausbruch der Corona-Krise ihre erste nationale Versammlung durchgeführt, welche nicht online stattfinden musste. Die Jungpartei sprach sich an ihrer Versammlung unter anderem für die Einführung eines gänzlich steuerfinanzierten Gesundheitssystem und die Verstaatlichung der Pharmabranche aus.

Die Delegiertenversammlung der JUSO Schweiz in Bussigny war gut besucht. Knapp 130 Delegierte aus der ganzen Schweiz nahmen daran teil. Um das Risiko von Infektionen zu minimieren trugen die Delegierten Masken und der Saal war mit genügend Abständen bestuhlt.

Eine Resolution zum Gesundheitswesen während der Coronakrise nahmen die Delegierten grossmehrheitlich an. Darin fordert die JUSO die Verstaatlichung der Pharmakonzerne und der wichtigen Zulieferer. Ausserdem sollen die Privatisierungen von Schweizer Spitälern der letzten Jahre rückgängig gemacht werden. JUSO-Präsidentin Ronja Jansen erklärt: «Die vergangenen Monate haben bewiesen, dass wir unser Gesundheitssystem nicht länger der Profitlogik unterwerfen dürfen. Die Geldmache mit Medikamenten muss ein Ende nehmen und Gesundheitsversorgung muss für alle Menschen kostenlos zugänglich sein.» Für die Jungpartei ist klar: Nur ein steuerfinanziertes und öffentliches Gesundheitswesen kann die ausreichende Versorgung der Bevölkerung sicherstellen und gleichzeitig für gerechte Löhne in der Pflege sorgen.
Die JUSO ruft zudem in mehreren Resolutionen zu Solidarität mit Protestbewegungen in Serbien, Hongkong und im Libanon auf. In letzterer zieht die Jungpartei auch die Schweiz in die Pflicht. JUSO-Präsidentin Ronja Jansen stellt klar: «Im Libanon bahnt sich eine humanitäre Katastrophe an, welche die Schwächsten am härtesten zu treffen droht. Die Schweiz muss jetzt handeln und unverzüglich 30 000 Geflüchtete aus dem Libanon aufnehmen.»

Schlussendlich diskutierte und verabschiedete die Delegiertenversammlung auch ein Positionspapier zu Gefängnissen. Die Jungsozialist*innen fordern, dass Gefängnisse nicht mehr länger als Mittel zur Vergeltung, sondern allein zum Schutz der Bevölkerung vor Straftäter*innen dienen sollen. Dafür brauche es Reformen innerhalb des Gefängnissystems und soziale Veränderungen, um kriminelles Verhalten nachhaltig aus der Welt zu schaffen.

Die erwähnten verabschiedeten Resolutionen finden Sie hier: Gesundheitssystem und Pharma, Solidarität mit dem Libanon!
Fotos der Versammlung finden Sie hier.
Weitere Auskünfte:

  • Ronja Jansen, Präsidentin JUSO Schweiz, 076 675 12 23
  • Nicola Siegrist, Vize-Präsident JUSO Schweiz, 078 944 01 00
  • Muriel Günther, Zentralsekretärin JUSO Schweiz, 079 622 59 04