Die Bilanz-300-Liste 2025 zeigt: Das Vermögen der 300 Reichsten hat sich um 18‘000‘000‘000 Franken vergrössert, heute besitzen sie satte 851,5 Milliarden Franken. Klar ist: Die zukünftigen Erb*innen genau dieser Gruppe müsste nach Annahme der Initiative für eine Zukunft Abgaben auf die Mega-Erbschaften bezahlen und würden somit endlich gerechter besteuert werden. Klar wird, dass der Reichen-Exodus vor den Abstimmungen nicht stattgefunden hat. Die JUSO ist ausserdem irritiert über die massive Diskrepanz zwischen den Vermögenszahlen von „Bilanz“ und Bund.
Wer hat, der hat immer mehr
„Die neue Bilanz-300-Liste ist Beweis dafür, dass die Reichsten im Land zu wenig besteuert werden“, meint Mirjam Hostetmann, Präsidentin JUSO Schweiz. Während die Reallöhne für die breite Bevölkerung stagnieren und die Armut in der Schweiz seit einer Weile nicht mehr rückläufig ist (neueste Daten des Bundes), sieht es an der Spitze anders aus: Die grossen Vermögen wachsen immer schneller. Die Verlegerfamilie Coninx hat ihr Vermögen allein im letzten Jahr mehr als verdoppelt (von 1.5 auf 3.3 Mrd. CHF). Die Renditen sind so hoch, dass allfällige Erbschaftssteuern problemlos bezahlt werden könnten. Während die Familienmitglieder munter Dividenden einstreichen, kündigte die TX Group im Verlauf eines Jahres den Abbau von mehreren hundert Stellen an – aus Spargründen. Diese Doppelmoral zieht sich durchs Band: Die Reichsten sahnen immer höhere Profite ab und streichen dafür zusammen, was nur geht. Auch die Familie Schindler konnte ihr Vermögen um 2‘000‘000‘000 Franken steigern und gehört neu zu den Top 10. Gleichzeitig hat die Firma vor einem Monat den Abbau von 1200 Stellen verkündet. „Die Superreichen destabilisieren mit ihrer Profitgier unsere Wirtschaft und gefährden Arbeitsplätze“, meint Nathalie Ruoss, Vize-Präsidentin JUSO Schweiz, „es wird Zeit, dass wir sie in Verantwortung nehmen!“
Die Superreichen fühlen sich wohl in der Schweiz. Der angebliche Reichen-Exodus im Vorfeld der Abstimmungen hat nicht stattgefunden, auch das zeigt die Bilanz-Liste.[1] Für die JUSO ist klar: Das Vermögenswachstum der Bilanz 300 zeigt einmal mehr, dass es endlich eine gerechtere Besteuerung grosser Vermögen braucht.
Irreführende Angaben des Bundesrats
Anders als die Bilanz geht der Bund in seiner Botschaft zur „Initiative für eine Zukunft“ davon aus, dass die reichsten 2520 Steuerzahler*innen zusammen ein Vermögen von 500 Milliarden Franken besitzen. Pauschalbesteuerte sind nicht eingerechnet, obwohl diese von der Initiative betroffen wären.
„Der Bund und die Kantone haben Arbeitsverweigerung bei der Datenerhebung betrieben“, sagt Hostetmann dazu. Gewisse Kantone haben die Vermögensangaben verfälscht, andere wollten gar keine Daten über ihre reichsten Einwohner*innen herausrücken. Statt sich Zeit für eine ernsthafte Datenerhebung zu nehmen, hat der Bundesrat beschlossen, die Initiative am frühst möglichen Datum zur Abstimmung zu bringen. „Die JUSO zeigt grosses Unverständnis für dieses Vorgehen“, meint Hostetmann.
[1] Von den 16 Namen, die 2025 nicht mehr erscheinen sind 8 durch Todesfälle oder Namensänderungen weggefallen, fünf haben es wahrscheinlich wegen reicheren Zuzüger*innen nicht mehr auf die Liste geschafft, lediglich zwei scheinen wahrscheinlich weggezogen zu sein.