JUSO fordert sofortiges Verbot von Deepfake-Programmen

21.04.2026

In der Schweiz werden systematisch pornografische Deepfakes mit den Gesichtern von Influencerinnen produziert und verbreitet. Die heute bekannt gewordenen Fälle zeigen: Politik und die Behörden haben dieses Problem bislang verschlafen. Die JUSO Schweiz fordert deshalb ein sofortiges Verbot von Deepfake-Programmen sowie neue Gesetzesgrundlagen für die Regulierung und Sanktionierung von grossen Plattformen.

Die öffentlich gewordenen Fälle sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Deepfake-Pornografie kann mit wenigen Klicks erstellt und massenhaft verbreitet werden – ohne Einwilligung der Betroffenen. Für die Betroffenen bedeutet das digitale Gewalt, öffentliche Demütigung und einen massiven Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte.

“Das Ausmass der Deepfake-Pornografie und die Untätigkeit von Politik und Behörden sind schockierend. Der Bund muss Deepfake-Programme sofort verbieten und Tech-Konzerne zur Rechenschaft ziehen”, sagt Mirjam Hostetmann, Präsidentin der JUSO Schweiz .

Hinter Deepfake-Pornografie steckt ein riesiges Geschäftsmodell. Gleichzeitig stabilisiert sie patriarchale Strukturen: Männer haben ein neues Instrument erhalten, um Frauenkörper zu kontrollieren und ohne deren Einwilligung zu verkaufen. Neue Technologien werden so gezielt eingesetzt, um Frauen zu erniedrigen und digitale Gewalt auszuüben.

Für die JUSO ist klar: Bereits die Möglichkeit der Erstellung von Deepfakes stellt ein grundlegendes Problem dar. Die heutigen Enthüllungen rund um die Herstellung von pornografischen Deepfakes zeigen: Die Schweiz muss Deepfake-Programme vollständig verbieten. Gleichzeitig braucht es neue strikte Gesetzesgrundlagen für die Regulierung und Sanktionierung von grossen Plattformen, welche oftmals von der Herstellung und Verbreitung dieser Inhalte profitieren oder eine missbräuchliche Nutzung nicht konsequent einschränken. Es ist unhaltbar, dass Bund und Parlament Motionen mit genau diesem Ziel wiederholt abgeschmettert und fälschlicherweise behauptet haben, dass keine Rechtslücke besteht. Die Politik muss endlich handeln, um Frauen im digitalen Raum besser zu schützen!