| Die JUSO Schweiz lehnt die «Blackout-Stoppen-Initiative» sowie den vom Bundesrat im Sommer 2025 verabschiedeten Gegenvorschlag und die damit verbundenen Pläne für den Bau und Betrieb neuer Atomkraftwerke in der Schweiz entschieden ab. Diese Initiative stellt einen inakzeptablen Rückschritt dar und würde zu einer gravierenden Wende in der Schweizer Energiepolitik führen, die uns zu einer veralteten und rückständigen Vorstellung von «nachhaltiger» Energie zurückführen würde. Des Weiteren widersprechen diese Pläne direkt dem Volkswillen, der 2017 zum Ausdruck kam bei der Abstimmung über die Energiestrategie 2050, welche einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie und einen massiven Ausbau erneuerbarer Energien vorsieht. Die Atomenergie ist, entgegen der Behauptungen der Initiative, nicht klimafreundlich. Atomenergie ist eine instabile Ressource, die von einer schwerfälligen, ressourcenintensiven und gefährlichen Industrie abhängig ist. Deren Nutzen hat zahlreiche schädliche Folgen und hat zu einigen der grössten humanitären Katastrophen des letzten Jahrhunderts geführt.2 Gleichzeitig entstehen bei der Nutzung radioaktive Abfälle, für die es keine sichere oder dauerhafte Entsorgung oder Verwertung gibt. Diese Abfälle müssen über Tausende oder gar Zehntausende Jahre von der Biosphäre isoliert werden.3 Die Folgen der Energieerzeugung auf Hunderte von Generationen abzuwälzen, ist mit jeder nachhaltigen Vision nicht vereinbar. Sie stellt keine Alternative zur Energiegewinnung aus Solar-, Wind- oder Wasserkraft oder der Senkung des Energieverbrauchs durch Degrowth dar. Zudem sind die Argumente der Befürworter*innen der Initiative inkonsequent. Der Bundesrat hat bereits 2026 Massnahmen beschlossen, um der Unsicherheit bei Energieimport und Versorgungsengpässen im Winter entgegenzusteuern.4 Realistischerweise wären neue Atomkraftwerke erst in mehreren Jahrzenten betriebsbereit und würden Milliarden von Franken kosten. Sie würden in keiner Weise den aktuellen energiepolitischen Herausforderungen gerecht. Sie lenken lediglich von den eigentlichen Anstrengungen ab, die CO2-Neutralität 2050 zu erreichen. Diese bestehen aus einem Wirtschaftsrückgang und Investitionen in saubere, erneuerbare Energien, die unabhängig von autoritären Staaten sind, die das für die Atomenergie nötige Uran besitzen.5 Es muss unbedingt erwähnt werden, dass die Energiewende in der Schweiz bereits begonnen hat. Insbesondere durch die Ausbildung oder Umschulung von Fachpersonal im Energiesektor für den Einsatz nachhaltiger Energien. Diese Massnahmen zu stoppen, wäre politischer Unsinn und ein schwerwiegender Rückschritt für die betroffenen Arbeiter*innen. Die Jungsozialist*innen Schweiz lehnen eine Initiative ab, die die Schweiz zurück zur Atomenergie führen will. Diese Initiative stützt sich nicht nur auf irreführende Scheinargumente. Sie ist undemokratisch und bedeutet einen Rückschritt in der Schweizer Energiepolitik. Wir lehnen es ab, zurück zu einer rückständigen, zentralistischen und gefährlichen Vision der Energiepolitik zu gehen. Die JUSO Schweiz :
1 https://www.uvek.admin.ch/fr/energie-votation 2 https://www.greenpeace.org/usa/climate/issues/nuclear/ 3 https://www.greenpeace.ch/fr/communique-de-presse/127832/dechets-nucleaires-suisse/ 4 https://www.uvek.admin.ch/fr/securite-de-lapprovisionnement-en-electricite 5 Neda Todorova, Uranium sector sensitivity to financial and geopolitical risks, Economics Letters, Volume 255, 2025, 112475, ISSN 0165-1765 |
30.05.2026