Jahresbericht 2025 verabschiedet an der Jahresversammlung der JUSO Schweiz vom 14.-15.02.2026 in Bern
Liebe Leser*innen,
Liebe Genoss*innen,
Der Jahresbericht 2025 blickt auf ein politisch intensives Jahr zurück, das von unermüdlichem Engagement und grossen Herausforderungen für unsere Organisation geprägt war. Unsere Erfolge, wie beispielsweise die Kampagne für die Initiative für eine Zukunft, waren erneut grossartig. All dies ist dank der unermüdlichen Arbeit unserer Basis möglich, junger Aktivistinnen und Aktivisten, die durch das ganze Land reisen, um die Ideen und Farben der JUSO Schweiz lautstark zu vertreten. Dank ihnen waren wir erneut die aktivste Jungpartei der Schweiz.
Im Jahr 2025 haben sich die Parteigremien stark verändert. Wir haben uns insbesondere von Rosalina Müller, Zentralsekretärin, Lucien Schwed, Vize-Zentralsekretär, Mélanie Rufi, Vizepräsidentin der JUSO Schweiz, Léa Dubochet, Vizepräsidentin der JUSO Schweiz und Elena Kasper, Mitglied der Geschäftsleitung, verabschiedet. Clara Bonk und Adrien Pinho, ein neues Duo, haben nun das Zentralsekretariat übernommen. Auch die Geschäftsleitung hat sich mit der Wahl von Maurus Müller, Nathalie Ruoss, Léonie Schubiger und Sophie Wang stark verändert. Diese neue Garde hat hart daran gearbeitet, die verschiedenen Kampagnen der JUSO Schweiz erfolgreich durchzuführen.
Der Fokus lag dabei auf der Kampagne für die Initiative für eine Zukunft. Dank eines engagierten Kampagnenteams unter der Leitung von Robin Eichmann und Silvan Häseli wurde aussergewöhnliche Arbeit geleistet, um möglichst viele Menschen im ganzen Land zu erreichen. Die Wirtschaftslobbys und die bürgerlichen Parteien haben eine Gegenkampagne von seltenem Ausmass mit finanziellen Mitteln durchgeführt, die fast zehnmal so hoch waren wie unsere. Ihre Angst bestärkt uns: Wir kämpfen die richtigen Kämpfe, Kämpfe für die 99% und gegen die reichten 1%.
Weitere Aktionen und Kampagnen wurden 2025 von der JUSO Schweiz organisiert und durchgeführt. Das Patriarchat hat mit zahlreichen Femiziden getötet und tötet weiterhin in grossem Stil. Die JUSO Schweiz organisierte daher eine Mahnwache und Kampagnen in den sozialen Medien. Im Mai waren wir überall in der Schweiz zum 1. Mai präsent. Im Juni haben wir den Fokus auf den Pride-Monat gelegt und insbesondere Flyer erstellt. Wir haben auch einen Flyer und Aufkleber für den feministischen Streik gestaltet. Die Frauen-EM fand in der Schweiz statt, und wir haben daher eine Petition gestartet, um gleiche finanzielle Mittel für den Frauensport zu fordern, mit dem Slogan: Kick the Patriarchy! Wir haben den Juli auch zum Monat des Kampfes gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung erklärt und diesem Thema einen ganzen Monat gewidmet. Im Sommer und Herbst haben wir auch gegen die Verstärkung der Armee und polizeiliche Übergriffe gekämpft. Wir haben uns für den Schutz des Demonstrationsrechts eingesetzt. Wir haben den Völkermord in Gaza durch die faschistische Regierung von Netanyahu verurteilt. Und schliesslich haben wir die Heuchelei der bürgerlichen Klimapolitik und ihrer COP30 in Belém kritisiert.
Parallel zu den zahlreichen Kämpfen haben wir uns auch zu unserer Jahresversammlung im Februar in Bern sowie zu mehreren Delegiertenversammlungen in Sierre (VS), Baden (AG) und Zug (ZG) getroffen. Zahlreiche Resolutionen, Anträge und Interpellationen wurden diskutiert. Wir haben auch ein Positionspapier zu Anti-Ableismus und ein weiteres zu Vermögensungleichheit und Faschismus verabschiedet. Ab 2026 wird die JUSO Schweiz auch eine Strategie verfolgen. Kurz gesagt, es war ein erfolgreiches Jahr!
Schliesslich ist es diese Vielfalt an Kämpfen und Auseinandersetzungen, die den Reichtum und die Relevanz der JUSO Schweiz ausmacht. Es ist unsere Fähigkeit, ständig auf die Strasse zu gehen, um Missstände anzuprangern oder Forderungen zu stellen, die uns von anderen politischen Parteien unterscheidet. Es ist unsere Mobilisierungskraft in allen Regionen der Schweiz, die es uns ermöglicht, wirklich Einfluss zu nehmen. Im Jahr 2025 haben wir dies mehrfach in Erinnerung gerufen. Und das verdanken wir allen engagierten Mitgliedern der JUSO Schweiz. Für 2026 wünschen wir uns daher dasselbe: eine starke engagierte und auf der Strasse präsente JUSO!
Venceremos,
Die Geschäftsleitung
Initiative für eine Zukunft
Mirjam Hostetmann
Die Initiative für die Zukunft hat das politische Jahr 2025 für die JUSO massgeblich geprägt. Die Initiative hatte kein geringeres Ziel als den Kapitalismus als Ursache der Klimakrise für die breite Bevölkerung kenntlich zu machen und aufzuzeigen, dass die richtige Bekämpfung der Klimakrise nur mit der Überwindung des Kapitalismus einher gehen kann. Ändern sich die Besitzverhältnisse nicht, wird die herrschende Klasse weiterhin Profit aus der Ausbeutung der Arbeiter*innenklasse und der Umwelt machen. Ein System, das auf einer Vorstellung von unbegrenztem Wachstum auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen beruht, ist (natürlich auch noch aus anderen Gründen) zum Scheitern verurteilt. Die JUSO macht Initiativen, um grosse Antworten auf grosse Fragen zu liefern. In der bürgerlichen Hegemonie ist es für eine sozialistische Jungpartei mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen nicht ganz einfach, die Gesellschaft im grossen Stil zur Auseinandersetzung mit den wichtigen Fragen zu bringen. Mit einer Initiative muss uns aber zumindest zum Teil Platz in der öffentlichen Debatte eingestanden werden. Anhand einer konkreten Initiative wollen wir den Menschen unsere marxistische Analyse unterbreiten. Bei dieser nicht ganz einfachen Angelegenheit müssen wir stellenweise Platzhalter einsetzen.
Die Initiative basierte entsprechend auf einer einfachen Idee: eine Steuer von 50 % auf Erbschaften über 50 Millionen zu erheben, um eine sozial gerechte Klimapolitik zu finanzieren. Kurz gesagt, die Besitzverhältnisse anzugreifen, in dem wir grosse Vermögen wenigstens fast halbieren, bevor sie der nächsten Generation weitergegeben werden. Wir wollten der Arbeiter*innenklasse aufzeigen, dass nicht sie verantwortlich für die Klimakrise ist, sondern der Kapitalismus und die davon profitierende Klasse. Wir haben von Superreichen statt von Kapitalist*innen gesprochen, damit uns die Menschen zuhören. Wir haben Anknüpfungspunkte und Vergleiche aufgestellt, um unsere Inhalte bildhafter zu machen. In den Wahlumfragen haben mehr als die Hälfte der Befragten der Aussage “Superreiche sind verantwortlich für die Klimakrise und sollen entsprechend auch mehr für die Bekämpfung bezahlen” zugestimmt — vor unserer Kampagne wäre das undenkbar gewesen. Die Verfechter*innen des Neoliberalismus haben den Menschen nämlich über Jahrzehnte hinweg eingebläut, dass es gar keine Klimakrise gibt und als deren Existenz nicht mehr negierbar war, behauptet, dass wir alle denselben Anteil zu Eindämmung leisten müssen. In der Erzählung der Kapitalist*innen: Ihre überteuerten greenwashing Produkte zu kaufen und etwas mehr Velo fahren. Gleichzeitig akkumuliert die besitzende Klasse ihr Vermögen schneller als je zuvor. Wir haben die öffentliche Wahrnehmung über die Gründe der Klimakrise verändert und ein Jahr lang über die horrenden Vermögen der besitzenden Klasse gesprochen. Haben wir mit dieser Initiative grundlegende Veränderung geschafft? Offensichtlich nicht. Das gibt zu denken, wäre aber auch eine Illusion. Wir haben diskursiv an einem Fundament weitergebaut, dass noch sehr festwachsen muss.
Kampagne
Die IfeZ wurde in Eiltempo vors Volk gebracht — rund ein Jahr früher als es bei anderen Initiativen üblich war, acht andere Volksanliegen wären vorher hängig gewesen. Seit der Einreichung im Februar 2024 wurde von der Reichenlobby Stimmung gemacht. Mit einem Budget von mehreren Millionen lässt es sich gemütlich lobbieren. Durch ihre aggressive Stimmungsmache haben sich Politiker*innen und andere Personen von öffentlichem Interesse bis ins linke Lager instrumentalisieren lassen. Reihe um Reihe hat man sich geduckt, auch bei den Gewerkschaften (VPOD und kleinere ausgenommen). Für ein besseres Ergebnis hätte es zweifellos eine vereinte Linke gebraucht. Die JUSO hat sich für eine JUSO-Kampagne, und damit für eine entsprechend dezidierte Kommunikation entschieden. Die Kampagne zeichnete sich durch ihre Kreativität und ihre Fähigkeit aus, trotz eines schwierigen Umfelds den öffentlichen Raum zu besetzen. Von Beginn an sorgten Aktionen für Aufsehen: Plakate der reichsten Schweizer*innen, die am meisten zur Umweltverschmutzung beitragen, vor dem Parlament, ein „Geldregen“ im Bahnhof von Bern, eine Aktion am Terminal für Privatjets in Genf und eine Aktion im Dolder Grand Hotel beispielsweise. Auch im digitalen Raum war die Kampagne dynamisch: Mehr als 6,5 Millionen Aufrufe für die Werbung in den sozialen Netzwerken, Hunderte von Veröffentlichungen auf Instagram und ein deutlicher Anstieg der Followerzahlen. Durch kurze Formate, Kooperationen mit den Sektionen und Memes konnte ein junges und engagiertes Publikum erreicht werden. Die visuelle Strategie mit leuchtenden Farben und einem provokativen Ton stärkte die Identität und Attraktivität der Kampagne.
Überall in der Schweiz engagierten sich Aktivist*innen für die Verteilung von Material, die Organisation lokaler Aktionen und die Erstellung von Inhalten für die sozialen Medien. Über eine halbe Million Flyer und Rubbellose wurden verteilt, Plakate in allen Regionen aufgehängt und Veranstaltungen organisiert, um die Kampagne vor Ort zum Leben zu erwecken. Weiter gab es Podiumsdiskussionen, Workshops und vieles mehr — die Energie in den Sektionen war spürbar. Die nationalen Aktionstage ermöglichten die Koordinierung gleichzeitiger Bemühungen in mehreren Kantonen und schufen so einen Effekt der Sichtbarkeit und des Zusammenhalts. Auch wenn Formate wie die «Klimazmittage» weniger gut funktioniert haben, ist die Bilanz positiv.
Auf politischer Ebene ist die Wirkung der Zukunftsinitiative unbestreitbar. Obwohl sie an der Urne abgelehnt wurde, hat sie dazu beigetragen, die Frage der extremen Ungleichheiten und ihren Zusammenhang mit der Klimakrise in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken. Die JUSO ist als ernstzunehmende politische Kraft anerkannt, die in der Lage ist, nationale Debatten anzustossen und unsere politischen Inhalte verständlich zu verpacken. Die Kampagne hat gleichzeitig auch die Netzwerke der Aktivist*innen gestärkt und den Weg für neue Kooperationen mit ausserparlamentarischen Organisationen geebnet. Sie hat gezeigt, dass die JUSO sowohl kämpferisch als auch kreativ und glaubwürdig sein kann und dass sie eine wesentliche Rolle beim Aufbau einer Linken spielt, die sich den Wirtschaftslobbys entgegenstellt, um die Zukunft zu verteidigen. Die Konzentration des Reichtums wird heute immer stärker als Problem anerkannt, doch der Weg bis zu einem gefestigteren Klassenbewusstsein in einem relevanten Teil der Bevölkerung ist noch lang. In diesem Sinne am Fundament für die künftige Kämpfe gelegt und die Position der JUSO als unverzichtbare Akteurin im Kampf für eine gerechtere und nachhaltigere Gesellschaft gefestigt.
Feminismus
Nathalie Ruoss
Der feministische Kampf war für unsere Partei auch im Jahr 2025 zentral. Im Fokus standen dabei der antifeministische Backlash in der Schweiz und global sowie die damit einhergehende patriarchale Gewalt. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass Feminizide endlich als strukturelles Problem anerkannt und konsequent bekämpft werden, dass Betroffene von patriarchaler und sexualisierter Gewalt wirksam geschützt und unterstützt werden und dass der Staat seiner Verantwortung in Prävention, Schutz und Täter*innenarbeit endlich gerecht wird. Gleichzeitig stellten wir uns entschieden gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit in Politik, Medien und Öffentlichkeit und machten klar: Feminismus ist untrennbar mit Antifaschismus und queerer Befreiung verbunden.
Ein Schwerpunkt unserer feministischen Arbeit lag auf der Bekämpfung von patriarchaler Gewalt und insbesondere von Feminiziden. Rund um den 8. März mobilisierten wir in neun Städten mit einer Plakatieraktion und machten damit wir im öffentlichen Raum auf Feminizide in der Schweiz aufmerksam. Wir haben uns in der ganzen Schweiz an Demonstrationen beteiligt und trugen unsere Forderungen sichtbar auf die Strassen.
Diese Arbeit setzte sich im April mit unserer Mahnwache gegen Feminizide fort. Auf dem Bundesplatz versammelten sich rund 300 Menschen, um den Opfern von Feminiziden zu gedenken. Gleichzeitig richteten wir klare Forderungen an Bund und Kantone, da diese trotz eskalierender Gewalt weiterhin ungenügend handeln. Wir forderten unter anderem den Ausbau von Präventions- und Schutzmassnahmen sowie eine konsequente Stärkung der Täter*innenarbeit. Passend dazu verabschiedeten wir an der Delegiertenversammlung vom 17. Mai eine Resolution zum Thema Feminizide und Täter*innenarbeit.
Auch die parteiinterne feministische Arbeit war ein wichtiger Bestandteil unseres Jahres. Am FLINTA Organizing Day stand die Vernetzung, Förderung und gegenseitige Stärkung von FLINTA-Personen innerhalb der JUSO im Zentrum. In Workshops schufen wir Räume für Austausch, Wissenstransfer und politische Weiterentwicklung und liessen den Abend danach gemeinsam ausklingen.
Ein weiterer Höhepunkt war der Feministische Streik. Wir stellten den antifeministischen Backlash ins Zentrum und verknüpften den feministischen Kämpf mit Antifaschismus. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen patriarchalen und autoritären Strukturen sichtbar zu machen. Wir waren an Demonstrationen in der ganzen Schweiz präsent, waren in unzähligen Streikkollektiven vertreten und setzten auf Social Media und allgemein in den Medien einen klaren feministischen und antifaschistischen Schwerpunkt.
Auch queere Kämpfe waren ein zentraler Teil unserer feministischen Arbeit. Rund um die Pride lag dieses Jahr der Fokus auf der Vernetzung queerer Personen und der Bekämpfung zunehmender Queer- und insbesondere Transfeindlichkeit. Angesichts der queerfeindlichen Angriffe von rechts machten wir deutlich, dass es kollektive Organisierung und politische Gegenwehr braucht.
Gegen Ende Jahr thematisierten wir mit der Lancierung einer Petition gegen die Ausstrahlung von «Der Bachelor» durch den Sender 3+ die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt in den Medien. Dass ein mutmasslicher Stalker als Hauptfigur einer Unterhaltungssendung inszeniert wird, ist ein Hohn gegenüber Betroffenen von patriarchaler Gewalt und zementiert Rape Culture. Das verurteilten wir entschieden und machten öffentlich Druck.
Unser Engagement gegen patriarchale Gewalt, Sexismus und Queerfeindlichkeit bleibt zentral für unsere Partei. Auch im kommenden Jahr werden wir unsere Arbeit fortsetzen und politische Veränderungen einfordern, Missstände aufzeigen und für die echte Befreiung von FLINTA Personen kämpfen.
Medienarbeit
Mirjam Hostetmann
Das Jahr 2025 war ein turbulentes Jahr und das politische Klima wurde von den Medien immer wieder angeheizt. Für linke Kräfte und Stimmen wird es zunehmend schwieriger, ihre politischen Analysen in den breiten Medien zu streuen. Dies haben wir als JUSO mit dem Abstimmungskampf rund um die Initiative für eine Zukunft eindrücklich erleben müssen. Die Berichterstattung über die IfeZ war ausführlich — und äusserst negativ. Das Forschungszentrum für Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich hat dies in ihrem Abstimmungsmonitor für den November 2025 eindrücklich festgehalten. Die Auswirkungen der Monopolarisierung der Schweizer Medienschaft in den Händen von drei schwerreichen Familien werden immer deutlicher spürbar. Nicht nur das — selbst das SRG hat es nicht geschafft, eine ausgewogene Berichterstattung zu bieten. Trotz allen Widrigkeiten hat es die JUSO doch immer wieder geschafft, ihre Analyse darzulegen und der Kapitalismus als Ursache für die Klimakrise klar zu benennen. So stimmten bei den gfs-Umfragen vor den Abstimmung die Mehrheit der Befragten der Aussage „Superreiche haben mehr zu der Klimakrise beigetragen und sollen entsprechend auch mehr für deren Bekämpfung bezahlen“ zu. In der gross angelegten Umfrage „Schweiz wie geht‘s?“ wurde der Einfluss von Milliardären auf Politik und Gesellschaft als grösste Sorge genannt. Die JUSO hat es also geschafft, die Gefahr der Superreichen ins Zentrum der politischen Debatte zu rücken.
Die IfeZ reiste aber auch um die ganze Welt: Dank unserer aktiven internationalen Medienarbeit haben grosse Nachrichtenagenturen wie Reuters und Bloomberg früh über unsere Initiative berichtet, Es folgten unzählige Interviews in verschiedenen norwegischen, holländischen, österreichischen, französischen, niederländischen, britischen, deutschen und japanischen Medien, darunter BBC, Sunday Times, Süddeutsche Zeitung, Asahi Shimbun und viele mehr. Auch durften wir in internationalen linken Medien, wie Jacobin und weiteren, über unsere Initiative und die Idee dahinter berichten.
Über die IfeZ hinaus war die JUSO auch mit anderen verschiedenen Aktionen, Projekten und Forderungen in den Medien präsent. Wir haben auf das Genozid in Palästina aufmerksam gemacht und die Rolle der Schweiz angeprangert. Die Medien weigern sich jedoch noch immer, adäquat über den laufenden Genozid zu berichten und haben stattdessen lieber Gewalt an Kundgebungen herausgehoben und der JUSO unverständlicherweise die Schuld dafür in die Schuhe genommen. Wir nehmen diese Verzerrung von Fakten und Ereignissen sehr besorgt zur Kenntnis.
Zum Thema sexualisierte Gewalt und Feminizide haben wir eine Mahnwache durchgeführt, Forderungen am 8. März platziert und am Ende des Jahres eine Petition lanciert. Wir haben die Schweizer Oligarchen für ihre Bestechungsversuche im Oval Office angezeigt und Sergio Ermotti betrieben — um auf die absurde Macht, die zu viel Geld mit sich bringt, aufmerksam zu machen. Des weiteren haben wir gegen die unmenschliche Asyl- und Migrationspolitik und gegen das Erstarken der Rechten angekämpft.
Das Präsidium war während dem ganzen Jahr in allen einschlägigen Diskussionsformaten von Radio und Fernsehen in der Deutschschweiz und der Romandie präsent und hat unzählige Interviews in den den wichtigsten Medien der Deutschschweiz, der Romandie, einigen italienischsprachigen Medien und dem Radiotelevisiun Svizra Rumantscha gegeben. Die JUSO Schweiz wurde entsprechend vom Blick in diesem Jahr zur stärksten und präsentesten Jungpartei gekürt.
Social Media
Maurus Müller, Julien Berthod
Das Jahr 2025 war auch auf Social Media ganz im Zeichen der Initiative für eine Zukunft. Zuerst fand aber nach der Jahresversammlung einen Wechsel der Verantwortung statt. So übernahmen Maurus Müller (deutsche Accounts) und Julien Berthod (französische Accounts) neu die geteilte Verantwortung über Social Media. Die Arbeit ist jedoch weiterhin auf mehr Schultern verteilt, es werden Posts von der gesamten Geschäftsleitung erstellt.
Für die IfeZ bekam unser Social Media eine grosse Verstärkung durch Lilli Wiesmann. So konnten wir auf Instagram, Facebook, TikTok und Youtube eine riesige Kampagne fahren. So hatten wir fast 13 Millionen Views und konnten über 1.5 Millionen Konten erreichen. Lilli hat während der Kampagne unsere Accounts professionell betreut und das hat uns einen sehr grossen Boost in der Reichweite ermöglicht. Auch bei der Produktion der Videos konnten wir uns professionalisieren, dank Silvan Häseli haben wir inzwischen ein Video-Studio und sehr viele neue Skills fürs Video schneiden.
Unser Hauptfokus liegt weiterhin auf Instagram. Hier können wir erfreulicherweise auf dem französischen Account ein sehr grosses Wachstum verzeichnen, während wir auf dem deutschen Account ein konstantes, aber langsames Wachstum haben.
Zum Schluss des Jahres haben wir noch etwas Neues ausprobiert, und zwar haben wir für die Neumitgliedergewinnung Werbung geschaltet, hier sind wir gespannt, wie es funktionieren wird.
Zentralsekretariat
Clara Bonk
Das Zentralsekretariat hat auch 2025 dafür gesorgt, dass das organisatorische und administrative Rückgrat der JUSO funktioniert. Von Anlässen über Material bis hin zu unzähligen Zeitplänen, das Zentralsekretariat hat seine Aufgabe als Drehscheibe und Koordinationsort auf nationaler Ebene der JUSO ein weiteres Jahr wahrgenommen.
Dieses Jahr hat viele Veränderungen im Zentralsekretariat mit sich gebracht. Zur Jahresversammlung sind Rosalina Müller, ehemalige Zentralsekretärin, und Lucien Schwed, ehemaliger Vize-Zentralsekretär zurückgetreten. Ihre enorme Arbeit in den letzten Jahren wurde an der Jahresversammlung gebührend verdankt. Als Nachfolge hat ein neues Team das Zentralsekretariat übernommen: Clara Bonk zu 70% als neue Zentralsekretärin und Adrien Pinho zu 60% als neuer Vize-Zentralsekretär.
Durch Adriens Wechsel ins VZS musste seine vorherige 40%-Stelle in der Anlassorganisation neu besetzt werden. Seit März arbeitet deshalb Araya de Rossi aus dem Tessin im Sekretariat. Gemeinsam im neuen Team wurden auch dieses Jahr diverse DVs, SeKos, sowie das Sommerlager und eine Basisretraite erfolgreich organisiert.
Im Jahr 2025 musste sich das Zentralsekretariat auch von Angel Yakoub verabschieden, die in einer 60%-Stelle die Verantwortung für die Bearbeitung der Mitgliederdaten, sowie die Mitverantwortung fürs Fundraising hatte. Mitte Juni hat Elias Balmer seine 60%-Stelle als Verantwortlicher für Fundraising und Datenmanagement angetreten. Dank einer guten Übergabe, innovativen Ideen und neuem Schwung ist das Fundraising und das Datenmanagement für die nächsten Jahre gewappnet.
Das Frühjahr war gleichzeitig auch geprägt von der Anfangsphase der Abstimmungskampagne für die Initiative für eine Zukunft, in der das Team des Zentralsekretariats deutlich vergrössert wurde. Mit Robin Eichmann und Silvan Häseli wurde eine zweiköpfige Co-Kampagnenleitung angestellt, welche mit grosser Ausdauer und strategischem Geschick immer den Überblick über die Schlussphase des Grossprojekts behielten. Für das Fundraising der Kampagne begann zuerst Nouria Zeggani mit ihrer Arbeit im Sekretariat, die ihren Job nach zwei Monaten an Silas Muggli weitergab. Silas Muggli sorgte in einem 50%-Pensum mit viel Kreativität und Durchhaltevermögen für eine solide Finanzierungsgrundlage für die grösste Abstimmungskampagne des Jahres. Der Auftritt der IfeZ auf Social Media lag im Verantwortungsbereich von Lilli Wiesmann, die in einer 50%-Stelle ab Mai das Kampagnenteam ergänzte. Lilli Wiesmann verlieh der IfeZ einen frischen, kreativen und coolen Auftritt auf Social Media und machte die Kampagne damit anschlussfähig für die breite Gen Z. Ab Juni wurde Araya de Rossis Pensum auf 60% erhöht, 20% davon für die Logistik der IfeZ-Kampagne. Araya sorgte mit einer unglaublichen koordinativen Fähigkeit dafür, dass in den nächsten Monaten alles Material stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Ab Juni wurde das Team um Benoît Michellod erweitert, der zuerst im Stundenlohn und danach zu 20% aus dem Homeoffice den Webauftritt der Abstimmungskampagne sicherstellte. Ob interaktiver Steuerrechner, spontane Anpassungen des Argumentariums oder die Wartung des JUSO-Shops, Benoît sorgte für das digitale Rückgrat der Kampagne. Komplettiert wurde das Kampagnenteam im Juli mit den beiden Campaigner*innen Tabea Gnädinger, 60%, und Vadim Hofer, 50%. Tabea und Vadim haben die Umsetzung der Basiskampagne und der Kampagne in den Sektionen unterstützt. Ihre enorme motivierende Arbeit, gerade für die Aktivierung der Romandie oder inaktiver Deutschschweizer Sektionen, sorgte dafür, dass die Abstimmungskampagne auf allen Ebenen gut koordiniert war. Das Kampagnenteam hat über Monate hinweg unglaubliche Arbeit für den intensivsten Abstimmungskampf in der Geschichte der JUSO geleistet. Wir danken dem Kampagnenteam von Herzen für ihre unermüdliche Arbeit, die Koordination unzähliger Freiwilliger und die Organisation der Abstimmungskampagne.
Damit die Arbeit, Kommunikation und alle Dokumente der JUSO Schweiz in drei von vier Landessprachen verfügbar sind, arbeiteten die beiden Übersetzer Giulio Bozzini (Übersetzungen ins Italienische, 15 %) und Eliot Fournier (Übersetzungen ins Französische, 20 %) unermüdlich mit sprachlichem Fingerspitzengefühl das ganze Jahr über. Im Rahmen der höheren Arbeitslast für die Initiativkampagne wurden die Stellenprozente jeweils erhöht auf 20% für das Italienische und auf 30% für das Französische. Diese Arbeit ermöglicht die Partizipation und das Mitbestimmen der Mitglieder aus den verschiedenen Sprachregionen.
Auch Praktikant*innen unterstützten die Arbeit im Zentralsekretariat massgeblich. Mit einem Pensum von 60 % kümmerten sie sich wöchentlich um die Eintragung neuer Mitglieder, den Versand von Shop-Bestellungen oder die Vorbereitung von Rückblickvideos für Versammlungen. Bis Ende Februar war Ammar Mašala Praktikant im Zentralsekretariat, von März bis September Vera Çelik, sowie ab Anfang September Tuana Türkyilmaz. Von Dezember 2024 bis Ende Februar 2025 unterstützte Mario Huber das Zentralsekretariat im Rahmen seiner Ausbildung mit einem Pensum von 80 %.
An dieser Stelle möchten wir dem gesamten Team im Zentralsekretariat der JUSO unseren Dank aussprechen. Sie haben unzählige Projekte ermöglicht und gleichzeitig den Alltag bewältigt. Ihre grossartige Arbeit, ihre Ideen und ihr Engagement sind der Motor unseres Kampfes für eine lebenswerte Zukunft!
Spenden über 10'000 CHF
- Beat Kaspar Weber: 26'205 CHF
Versammlungen
Adrien Pinho und Clara Bonk
Wie üblich begann das Jahr mit der traditionellen Jahresversammlung. Diese fand am 15. und 16. Februar 2025 in Bern-Bümpliz statt. Die rund 200 versammelten Genoss*innen diskutierten fünf Resolutionen zu Themen wie der Initiative für eine Zukunft, dem Sudan oder dem Antifaschismus. Die Geschäftsleitung wurde nach dem Ausscheiden von Rosalina Müller, Zentralsekretärin, Lucien Schwed, Vize-Zentralsekretär, und den beiden Vizepräsidentinnen Mélanie Rufi und Léa Dubochet neu besetzt. Clara Bonk, Zentralsekretärin, und Adrien Pinho, Vize-Zentralsekretär, wurden zum neuen Duo im Sekretariat der JUSO Schweiz gewählt. Darüber hinaus wurden Julien Berthod, Arsena Odermatt und Elena Kasper erneut in die Geschäftsleitung gewählt. Nathalie Ruoss und Maurus Müller treten ebenfalls der Geschäftsleitung bei. Die bisherige Präsidentin Mirjam Hostetmann wurde wiedergewählt und wird nun von Julien Berhod und Nathalie Ruoss als Vizepräsident*innen unterstützt. Dieser grosse Wechsel in der Geschäftsleitung bringt Herausforderungen mit sich, aber auch neuen Schwung mit einem Team voller Energie und Motivation. Am Abend fand eine Party statt, um allen Aktivist*innen für ihre unglaubliche Arbeit während des ganzen Jahres du danken und sie zu motivieren, sich für die Kampagne für die Initiative für eine Zukunft zu engagieren.
Die Delegierten der JUSO Schweiz trafen sich im Mai 2025 zum ersten Mal in Sierre. Dort wurde ein Positionspapier gegen Ableismus diskutiert und von den Mitgliedern verabschiedet. Ausserdem wurden nicht weniger als 13 Resolutionen diskutiert! Unter anderem wurden der Vormarsch der portugiesischen Rechtsextremen, der Boykott des Eurovision Song Contests und Femizide diskutiert. Auf Beschluss der Versammlung hat die JUSO Schweiz auch ihre internationale Strategie angepasst, um sich Organisationen anzunähern, die unseren Werten besser entsprechen. Elena Kasper wurde von den Mitgliedern nach ihrem Rücktritt aus der Geschäftsleitung verabschiedet. Sophie Wang und Léonie Schubiger wurden gewählt, um die Geschäftsleitung zu verstärken. Im Anschluss an diesen Tag gab es einen geselligen Apéro mit «Walliser Spezialitäten».
Anfang September traf sich die JUSO Schweiz mit ihren Delegierten in Baden im Kanton Aargau. Diese Versammlung markierte den Beginn der heissen Phase der Kampagne für die Initiative für eine Zukunft, insbesondere mit der Präsentation der Kampagnenbilder. Die Delegierten zogen es vor, der Strategie der JUSO Schweiz für 2026 klare und eindeutige Priorität einzuräumen, anstatt parallel dazu ein Grossprojekt voranzutreiben. Die Diskussionen waren lebhaft und ermöglichten es allen, sich demokratisch an dieser wichtigen Debatte zu beteiligen. Wir haben auch mehrere Resolutionen zur SVP und zum Ökofaschismus, zum Sparprogramm des Bundes oder zu Trump und zum Imperialismus verabschiedet. Darüber hinaus wurde ein Positionspapier zu Vermögensungleichheit und Faschismus diskutiert und angenommen. Die Anlaufstelle zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt hat sich ein Reglement gegeben, um seine Ziele, Handlungsmittel und Ressourcen zu präzisieren. Die Geschäftsleitung hat erstmals auf eine Interpellation geantwortet, ein neues demokratisches Instrument. Die JUSO Aargau hat zum Abschluss des Tages ein Apéro vorbereitet.
Die letzte Delegiertenversammlung des Jahres fand am 15. November in Zug statt. Zwei Wochen vor der Abstimmung über die Initiative für eine Zukunft hörte die JUSO einen Vortrag zum Thema Steuern und Abgaben von David Roth, Vizepräsident der SP Schweiz und ehemaliger Präsident der JUSO Schweiz. Es wurde eine Fotoaktion durchgeführt, um die Politik aufzufordern, die Reichen stärker zu besteuern. Die Delegierten verabschiedeten mehrere Resolutionen zu den russischen Oligarchen, zur myalgischen Enzephalomyelitis / chronischen Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) und zum Friedensplan für Gaza. Die Delegierten beschlossen zudem, die neue eidgenössische Volksinitiative zur Anerkennung des palästinensischen Staates zu unterstützen. Darüber hinaus wurde mit zwei Reglementen eine neue interne Struktur für die Finanzen der Partei verabschiedet. Die Sektion Zug lud die Anwesenden zu einem festlichen Apéro ein, um den Tag ausklingen zu lassen.
Bildung
Clara Bonk
Osterlager
Am Osterwochenende fanden vier dezentrale Bildungslager statt, an denen insgesamt fast 200 Personen teilnahmen. Die Teilnehmer*innen konnten an drei bis vier Tagen die Basisworkshops („Warum sind wir Sozialist*innen“), sowie themenspezifische Workshops, die von anderen Teilnehmer*innen angeboten wurden, besuchen. Darüber hinaus gab es Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen und viele weitere Aktivitäten.
Sommerlager
Das traditionelle Sommerlager im Juli fand dieses Jahr in einem neuen Haus statt und war mit rund 120 Teilnehmer*innen restlos ausgebucht. Wie in den Osterlagern absolvierten die Teilnehmer*innen die Basisworkshops sowie themenspezifische Workshops, die von den Teilnehmer*innen selbst angeboten wurden. Ausnahmsweise wurde im diesjährigen Sommerlager eine verkürzte Version der WSWS angeboten, um einen ganzen Tag Bildung zur Initiative für eine Zukunft zu ermöglichen. Am Antirassismus-Nachmittag standen antirassistische Themen im Fokus, mit Workshops zu Rassismus im Gesundheitswesen, antimuslimischem Rassismus, Ausschaffungsgefängnissen und systemischem Rassismus, für die wir von unterschiedlichen verbündeten Organisationen und Aktivist*innen besucht wurden. Am Antira-Abend konnten die Teilnehmer*innen mit Hilfe von antirassistischen Büchern, Dokumentationen und Podcasts ihre antirassistische Selbstreflexion fördern.
FLINTA- Organizing -Day
Der diesjährige FLINTA-Organizing-Day im April 2025 stand im Zeichen der Bildung und Vernetzung von FLINTAs für die Abstimmungskampagne für die Initiative für eine Zukunft. Am Morgen wurden in zwei Workshops die aktuelle Gesetzgebung zur Klimapolitik, sowie die Besteuerung der Reichen analysiert. Nachmittags gab es einen Workshop zu Podien und Auftrittskompetenz, abgerundet wurde der Tag mit einem Vernetzungsapéro.
Initiative für eine Zukunft
Im Rahmen der Abstimmungskampagne für die Initiative für eine Zukunft wurden unzählige zusätzliche Bildungsangebote geschaffen. Im Sommerlager wurde ein Tag für inhaltliche Bildung und praktische Ateliers geschaffen. An unzähligen Bildungstagen in den Sektionen konnten handwerkliche und inhaltliche Bildungsangebote der JUSO Schweiz gebucht und verwendet werden. Das Herzstück der Bildung auf nationaler Ebene bildete die Basisretraite im August. Mit unterschiedlichen Workshops am Morgen zu Kommunikation auf Social Media, Organizing und weiteren Themen wurde eine theoretische Grundlage geschaffen, welche am Nachmittag direkt anhand von konkreten Projekten und neuen Ideen für die Initiativkampagne in die Tat umgesetzt wurde.
Ressort Bildung
Das neu geschaffene Ressort Bildung setzte seine Arbeit fort. In diesem Jahr wurde die didaktische Schulung für Personen, die Workshops während des Sommerlagers leiteten, wiederholt und fortgeführt. Ausserdem befasste sich das Ressort dieses Jahr intensiv mit der Überarbeitung der Basis-Workshops („Warum sind wir Sozialist*innen“).
SP-Ressort:
Nathalie Ruoss
Im Jahr 2025 war unsere JUSO-Delegation, bestehend aus 12 Parteitagsdelegierten, zwei Parteiratsdelegierten und dem Präsidium der JUSO, an beiden Parteitagen und sämtlichen Parteiratssitzungen präsent.
In den Delegationssitzungen wurden Resolutionen diskutiert, Positionen festgelegt und Voten verteilt. So konnten wir stets gut vorbereitet an die Parteitage gehen und häufig von unseren Standpunkten überzeugen. Gerade bei den diesjährigen Positionspapieren zu den Themen Inklusionspolitik und Big Tech konnten wir wichtige inhaltliche Ergänzungen und Korrekturen einbringen. Zudem haben wir am Parteitag in Brig die katastrophale Asylpolitik von Bundesrat Beat Jans kritisiert und gefordert, dass sich die SP endlich konsequent für die Rechte asylsuchender Menschen einsetzt.
Im Parteirat haben uns dieses Jahr vor allem die Diskussionen und die beiden Vernehmlassungsrunden, an denen wir jeweils teilgenommen haben, zur Reorganisation des Parteirats beschäftigt. Daneben haben wir im Parteirat unter anderem Initiativen und Referenden unterstützt, unzählige Anträge besprochen und Parolen zu nationalen Abstimmungsvorlagen gefasst. Auch bei inhaltlichen Diskussionen und Ausblicken, zum Beispiel zu kommenden Sessionen oder der Rolle der Schweiz in der aktuellen Geopolitischen Lage, konnten wir unsere Standpunkte einbringen.
Internationale Arbeit
Julien Berthod
Internationaler Austausch
In diesem Jahr fanden verschiedene Treffen statt. Das erste fand während des Osterlagers statt, an dem ein Mitglied der Geschäftsleitung der französischen Linkspartei teilnehmen konnte. Bei diesem Austausch diskutierten wir über Parteistrukturen und den radikalen Bruch mit den bürgerlichen Institutionen. Ihre Anwesenheit während des Lagers ermöglichte es auch, eine Schulung zum französischen Sozialversicherungssystem zu organisieren.
Im Sommer kamen die Vorsitzende und die internationale Sekretärin der SJÖ sowie eines ihrer Mitglieder ins Camp. Im Laufe der Tage fanden verschiedene Austauschgespräche statt.
Später, im Dezember, besuchten Léa Dubochet und Julien Berthod das BIWE der SJÖ. Dabei handelt es sich um ein Camp, bei dem sich mehr als 300 junge Menschen von Freitag bis Montag zu politischen Schulungen treffen. Vor Ort konnten Gespräche mit internationalen Vertreter*innen mehrerer Parteien geführt werden, darunter auch im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Wir trafen dort tschechische Genoss*innen, konnten uns aber auch mit Genoss*innen aus Liechtenstein (Junge Liste) austauschen. Darüber hinaus waren auch Vertreter*innen der JUSOs Deutschland anwesend.
Ressort Internationales
Im Laufe des Jahres hielt der Ressortvorstand für den internationalen Bereich zahlreiche Sitzungen ab. Es ging um die Ausarbeitung einer internationalen Strategie, deren Verabschiedung im Zusammenhang mit dem Strategieprozess verschoben werden musste. Dies ermöglichte insbesondere verschiedene Überlegungen zur internationalen Arbeit, ihrer Funktionsweise und ihren Zielen. Im Laufe des Jahres wurde eine Sitzung des Ressorts organisiert, die jedoch nicht sehr ergebnisreich war und eher einer Sitzung des Ressortvorstands glich.
Es ist anzumerken, dass ein Grossteil der Energie des Bereichsausschusses auch in die Suche nach einer neuen internationalen Organisation floss, der die JUSO beitreten könnte. Dies ist eine Folge der Entscheidung, die YES (Young European Socialists) zu verlassen, die weder die Positionen noch die Strategie der JUSO Schweiz vertrat. Es fanden verschiedene Online-Sitzungen mit Vertreter*innen der politischen Parteien statt, die Mitglieder zweier Organisationen sind: AELY (Alliance of European Left Youth) und ELYN (European Left Youth Network).
Der Ressortvorstand legte anschliessend das Budget für 2026 fest und begann mit der Diskussion der Projekte für das nächste Jahr, die jedoch noch nicht sehr konkret sind. Das Ressort Internationales wurde während der intensiven Phase der Kampagne für die Initiative für eine Zukunft etwas in den Hintergrund gedrängt.
Antirassismus
Arsena Odermatt
Die Geschäftsleitung hat sich vorgenommen im Jahr 2025 einen Fokus auf das Thema Antirassismus zu legen und sowohl intern als auch extern dem Thema mehr Raum zu geben. So hat die GL zu Beginn des Jahres ihre internen Strukturen etwas angepasst und dafür gesorgt, dass Schwerpunktthemen einen klareren Raum in den GL-Sitzungen bekommen und bei den Aktualitäten jeweils klarer aufgegriffen werden. So wurde versucht ein genaueres Auge auf das Thema (Anti-)Rassismus zu werfen, um so auch entsprechend auf Aktualitäten reagieren zu können.
Infrarot und Boussole Rouge
Arsena Odermatt (Infrarot), Julien Berthod ( Boussole rouge )
Im Jahr 2025 haben sich die beiden Redaktionen wieder der Printausgabe gewidmet und konnten erfolgreich ein Magazin in der jeweiligen Sprache herausbringen. Die beiden Redaktionen standen in diesem Jahr wieder etwas mehr im Austausch zueinander und konnten so vom gegenseitigen Wissen und Know-How profitieren.
Boussole Rouge – Französischsprachiges Magazin
Im Laufe des Jahres konnte sich Boussole Rouge weiterentwickeln und zwei Ausgaben des Magazins drucken, während gleichzeitig die Website und der Instagram-Account online gingen. Die Artikel des ersten Magazins wurden 2024 geschrieben, aber erst 2025 veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um eine Erneuerung, mit einer sehr motivierten Redaktion, die der Partei ein Organ für Propaganda und Popularisierung verschaffen möchte. Es gibt jedoch Spannungen zwischen diesen beiden Zielen, und es wurde viel darüber nachgedacht, ob die Zeitung ein Instrument zur Rekrutierung, politischen Bildung oder Information für die Mitglieder sein soll.
Die erste Ausgabe des Magazins hat zwar lange auf sich warten lassen, aber sie hat es der Redaktion ermöglicht, den Prozess bis zur Fertigstellung eines Papiermagazins zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichten es, eine Sonderausgabe „Initiative für eine Zukunft” in einer höheren Auflage zu produzieren, um das Thema Ökologie zu behandeln, was in den grossen Medien besonders komplex war, da die bürgerliche Rechte alles tat, um die Aufmerksamkeit auf die Flucht der Superreichen zu lenken.
Am Ende des Jahres überlegte die Redaktion, wie das nächste Jahr organisiert werden sollte: Themen für die beiden Ausgaben 2026, andere Projekte usw. Die Co-Direktion war übrigens damit beschäftigt, zusätzliche Arbeitskräfte für die nächsten Ausgaben zu finden.
Infrarot – Deutschsprachiges Magazin
Das Infrarot, welches im Herbst 2024 eine neue Redaktionsleitung, bestehend aus Larissa Küng (JUSO Obwalden) und Dario Bellwald (JUSO Obwalden) bekommen hat, war 2025 stark damit beschäftigt die eigenen Strukturen kennenzulernen, anzupassen und eine neue Redaktion auf die Beine zu stellen.
So war das Infrarot zu Beginn damit beschäftigt eine Redaktion zusammenzustellen, bestehend aus diversen Mitgliedern aus der ganzen Schweiz. Mit der neuen Redaktion wurden Pläne für das Jahr 2025 ausgearbeitet. Zumal die Redaktion mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert war – so namentlich die grösste Einschneidung, das verabschiedete Budget, welches nicht den Vorstellungen entsprach – machte der Redaktion schwer zu schaffen. Nichtsdestotrotz hat es die Redaktion erfolgreich geschafft ihre erste Printausgabe in den Druck zu geben, welche Ende September erschienen ist. Die Ausgabe war thematisch auf die nationale Kampagne zur Abstimmung der Initiative für eine Zukunft abgestimmt und unterstrich mit diversen Artikeln und ausgewählten Grafiken die Thematik. Obwohl die Redaktion auf Grund des geringen Budgets die Printausgaben nicht an alle Mitglieder nach Hause versenden konnte, hielt sie es nicht davon ab, ihre Ausgabe unter die Mitglieder zu bringen. So haben sie kurzerhand entschlossen, den Versand selbst auf die Beine zu stellen, dafür traten sie mit allen Sektionen in Kontakt, welche über die Redaktion die Ausgabe für ihre Mitglieder und Sympathisant*innen bestellen konnten. Auch ausserhalb der Sektionen und JUSO fanden sie mit ihrem Magazin auf Anklang und konnten einige Ausgaben auch ausgewählten SP Sektionen und Kollektiven unterbreiten.
Im Sommer konnte die Redaktion zudem erstmals eine Retraite durchführen, wobei sie das kommende Jahr planen, und somit erste Ziele und Schwerpunkte setzen konnten. Anfangs November hat die Redaktion zudem ihren Social Media Account auf Instagram wiederbelebt und mit zahlreichen Beiträgen sowohl ihre Inhalte der Ausgabe teilen als auch Werbung für ihre erste Ausgabe machen können. Gegen Ende des Jahres widmete sich die Redaktion schliesslich ihrem letzten und altbekannten Projekt des Jahres, den Jahreskalendern. So hat die Redaktion Ende 2024 einen Jahreskalender mit politischen Illustrationen herausgebracht, da von dem Kalender noch einige Ausgaben übriggeblieben sind, entschloss sich die Redaktion die Jahreskalender aufzufrischen, das Titelblatt für das Jahr 2026 anzupassen und so den bestehenden Lagerbestand über den JUSO Shop verkaufen zu können.
Strukturreform
Arsena Odermatt, Adrien Pinho
Auch im Jahr 2025 begleitete uns die Strukturreform weiterhin. So haben unsere Ressorts und Projektgruppen wichtige Arbeit geleistet und uns mit diversen Projekten unterstützt und weitergebracht. Auf nationaler Ebene konnten wir die Begleitphase der Strukturreform Ende 2024 abschliessen und sind Anfangs 2025 eigentlich in die neu definierte Zwischenphase gestartet. Ursprünglich war es vorgesehen in dieser Zeit mit der Evaluation der Strukturreform zu starten, da die neu geschaffenen Strukturen jedoch etwas Startschwierigkeiten hatten und sich der Prozess etwas zögerte, haben wir beschlossen, die Evaluation um ein Jahr zu verschieben. 2026 soll die Strukturreform aber ausgiebig evaluiert werden und über das weitere Vorgehen und weitere Strukturen bestimmt werden.
Ressorts
Die Ressorts haben 2025 ihre Arbeit weitergeführt, an neuen Projekten gearbeitet und uns intern, als auch extern als Partei weitergebracht.
Sektionsstärkung
Das Ressort hat im Jahr 2025 aus diversen Gründen ihren Fokus auf die Sektionsbetreuung gelegt und Sektionen ausgewählt, welche sie als Ressort betreuen können. So haben sie es geschafft und dabei unterstützt die Sektion Oberwallis wieder zum Leben zu erwecken, es wurden diverse Medienmitteilungen veröffentlicht, Neumitglieder aktiviert und bereits erste Versammlungen veranstaltet. Auch die Sektion Aargau konnten sie bei Fragen rund um Kampagne Arbeit unterstützen und halfen sogar ein eigenes kantonales Projekt auf die Beine zu stellen. In Genf hat das Ressort bei der Umsetzung der IfeZ Kampagne unterstützt und bei verschiedenen Aktionen mitgeholfen. Das Ressort leistete 2025 wichtige Arbeit insbesondere für (ausgewählte) Sektionen und konnte so nicht zuletzt auch der GL etwas Arbeit abnehmen. Leider war das Ressort 2025 auch stark mit Problemen konfrontiert, davon namentlich fehlende Strukturen, Ressourcen und die Zusammenarbeit mit der GL, die oft nicht gewährleistet werden konnte. Für das Jahr 2026 ist vorgesehen das Ressort Sektionsstärkung wieder besser zu unterstützen und insbesondere dafür zu sorgen, dass neue interne Strukturen, die Arbeit des Ressorts garantieren können.
Bildung
Das Ressort Bildung hat im Laufe des Jahres 2025 die WSWS-Workshops („Warum sind wir Sozialisten?“) entwickelt. Diese umfangreiche Arbeit führte zu zwei Treffen zwischen dem Ressort und der Geschäftsleitung. Beim ersten Treffen wurde der Vorschlag zur Umstrukturierung der WSWS in vier Module diskutiert. Beim zweiten Treffen wurde die Struktur noch genauer unter die Lupe genommen. Das Ressort steht nun kurz vor dem Abschluss des WSWS I, und für Anfang 2026 ist bereits ein Treffen geplant, um darüber zu diskutieren. Das Ziel bleibt, die neue Version im Ostern 2026 anbieten zu können. Die anderen WSWS-Module werden im Laufe des nächsten Jahres weiterentwickelt.
Internationales
Das Ressort hat im Jahr 2025 diverse Resolutionen geschrieben und ihr Netzwerk erweitert. Auch haben sie einen ersten Entwurf für die internationale Strategie verfasst und den YES-Austritt vorbereitet und standen für einen zukünftigen und allfälligen Beitritt mit AELY im Austausch. Die Arbeit des Ressorts lief gut und das Ressort konnte gut miteinander zusammenarbeiten und diskutieren, besonders die Arbeitsteilung konnte unter dem Vorstand gut aufgeteilt werden, einzig die Ressourcen innerhalb des Vorstands und den Mitgliedern machten dem Ressort etwas zu schaffen, weshalb nicht alle Projekte und Ideen, die sie geplant haben, umgesetzt werden konnten.
Projektgruppen
Die Projektgruppe Antiableismus konnte im Mai 2025 erfolgreich ihr Positionspapier „Systemwechsel statt Inklusionsversprechen: Organisiert den anti-ableistischen Widerstand!“ der Basis vorlegen und verabschieden. Dabei haben sie im Vorhinein Bildung zum Papier und somit zu Antiableismus der Basis angeboten und wir waren erfreut darüber zu sehen, dass einige Sektionen dieses Angebot angenommen haben, obschon es uns gefreut hätte, wenn mehr Sektionen dieses Angebot genutzt hätten. Auch nach der Verabschiedung des Papiers war die Projektgruppe noch mit der eigenen Evaluation beschäftigt und schliesslich auf Anfrage verfügbar, da ihr eigentliches Projekt mit der Verabschiedung des Papiers abgeschlossen war. Dennoch konnte die Projektgruppe beispielsweise bei den Anträgen an das Positionspapier der SP Schweiz zu Antiableismus, als auch bei einer Aktion und weiteren kleineren Dingen unterstützen.
Die Arbeit der Projektgruppe Antirassismus ist im Kapitel „Antirassismus“ dieses Jahresberichtes zu finden
Letztlich freut es uns, dass wir im Jahr 2025 auch eine neue Projektgruppe in Stand setzen konnten, so haben sich interessierte aus der Basis zusammengetan und einen Antrag gestellt zur Einführung einer Projektgruppe Palästina. Die Projektgruppe musste sich zuerst noch etwas finden und aufbauen und ist momentan noch in den Startlöchern, sie konnte sich jedoch schon erste Ziele setzen und ihre Arbeit konkretisieren und wir sind gespannt, was uns 2026 erwarten wird.
Kleinere Kampagnen
Clara Bonk
Auch neben der Abstimmungskampagne für die Initiative für eine Zukunft gab es 2025 unzählige kleinere Projekte und Kampagnen. Zu Beginn des Jahres trafen sich die Reichen und Mächtigen wieder am World Economic Forum (WEF) hinter verschlossenen Türen, um über unsere Zukunft zu entscheiden und die Interessen einiger weniger zu vertreten. Unter dem Motto „Smash WEF – Fight for our Future“ veranstalteten wir am 19. Januar eine Kundgebung, bei der wir unsere Forderungen gegen das undemokratische WEF lautstark mit Reden und Parolen kundtaten.
Im kleineren Rahmen setzte sich die JUSO Schweiz mit verschiedenen Vorlagen auseinander, über die die Stimmbevölkerung 2025 abstimmte: Im März ging es um die Umweltverantwortungsinitiative der jungen Grünen, wo wir uns mit einer kleinen Kampagne für klimagerechtes Ja einsetzten. Neben der Abstimmungskampagne zur Initiative für eine Zukunft im November, setzten wir uns im September ausserdem auf Social Media mit einzelnen Beiträgen für ein klares Nein zum Eigenmietwert, ein kritisches Jahr zur E-ID, sowie im November erfolgreich für ein feministisches Nein zur Service Citoyen ein.
Das Jahr 2025 war ein wichtiges feministisches Jahr: Zu Beginn organisierte die JUSO Schweiz eine Mahnwache gegen Feminizide und sexualisierte Gewalt. Gemeinsam mit anderen feministischen Organisationen mobilisierten wir rund 300 Personen zum Gedenken der Opfer patriarchaler Gewalt. Zum 8. März waren wir zum selben Thema mit einer Plakataktion in verschiedenen Sektionen aktiv. Im Sommer fand ausserdem in der Schweiz die Women‘s Euro statt: Die JUSO Schweiz lancierte im Rahmen dessen eine Petition für inklusiveren Sport und mehr (finanzielle) Unterstützung für den Frauensport. Dafür sammelte die JUSO mehr als 700 Unterschriften. Wie jedes Jahr, nahm die JUSO als Partnerorganisation an den 16 Tage gegen geschlechtsspezifische Gewalt teil. Ende Jahr lancierten wir ausserdem eine weitere Petition, als bekannt wurde, dass ein mutmasslicher Stalker in der Datingshow „Der Bachelor“ auftrat. Etwa 3000 Unterzeichnende forderten CH Media zum Stopp der laufenden Staffel auf.
Auch die geopolitische Lage und das Thema Antirassismus und Migration bewegte die JUSO sehr. Die JUSO setzte sich 2025 an Demonstrationen, mit Aktionen, auf Social Media und mit diversen Resolutionen für ein Ende des Genozids, der Apartheid und des Kolonialismus in Palästina ein. Im Mai lag auf Social Media ein thematischer Fokus auf dem Thema Antirassismus und mit einem Transparent „Klassenkampf muss antirassistisch sein!“ bestimmte das Thema auch die Aktion der Mai-Delegiertenversammlung. Gegen den Genozid im Sudan waren wir auch auf Social Media und mit Resolutionen aktiv.
Den politischen Kampf trugen wir auch in diesem Jahr unzählige Male auf die Strasse. Zum 1. Mai waren wir mit dem Slogan „Reiche zerplatzen – Vermögen verteilen“ an zahlreichen Demonstrationen in der ganzen Schweiz sichtbar und haben eine Vermögensobergrenze von 200 Millionen Franken gefordert. Auch der 14. Juni war ein prägendes Datum, an dem wir unter antifaschistisch und feministisch laut waren. Den Pridemonat Juni nutzten wir, um breit gegen Queerfeindlichkeit zu mobilisieren und in Blöcken an diversen Demonstrationen in der ganzen Schweiz teilzunehmen. Mit einer kleinen Aktion und auf Social Media haben wir zudem auf den Disability Pride Month im Juli aufmerksam gemacht.
Bericht der Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt
Mathilde Mottet
Die Anlaufstelle gegen sexualisierte Gewalt strukturiert sich immer besser. So wurden inzwischen fixere Strukturen mit regelmässigen Sitzungen aufgebaut, gestützt von einem durch die Delegierten der JUSO bestätigten Reglement. Dieses wurde von der Anlaufstelle in Zusammenarbeit mit diversen Mitgliedern der Partei und der GL verfasst und an der Delegiertenversammlung vom 7. September 2025 angenommen.
Die Anlaufstelle hat im Jahr 2025 in unterschiedlichen Fällen entweder die Hauptverantwortung übernommen oder Sektionen beim Umgang beraten. Ausserdem erfordern die in den vorherigen Jahren gemeldeten Fälle immer weitere Aufmerksamkeit, in welchen die Anlaufstelle über Massnahmen entscheidet. Konkret hat die Anlaufstelle 6 verschiedene Fälle bearbeitet.
Die Anlaufstelle hat diverse Inputs über sexualisierte Gewalt und die Methoden der Anlaufstelle gehalten und ein neues Konzept für den Männerraum im Sommerlager ausgearbeitet. An diesem Angebot (Inputs für SeKo’s, Männervorstandstage, etc.) soll festgehalten werden.
Die interne Organisation der Anlaufstelle wurde ausserdem weiter ausgebaut. Bisher lasteten die Verantwortungen der Anlaufstelle auf wenigen Schultern. Das hat sich mit internen Änderungen und Umverteilung von Aufgabenbereichen stark gebessert. Weiter hat die Anlaufstelle einen Prozess ausgearbeitet, um die Einarbeitung von neuen Mitgliedern zu vereinfachen.
Die Anlaufstelle geht davon aus, dass diverse Fälle nicht bis zu uns kommen. Der Fokus im nächsten Jahr wird darauf liegen, die Anlaufstelle in der JUSO möglichst bekannt zu machen und die Kompetenzen der Mitglieder der Anlaufstelle auszubauen. Die Anlaufstelle möchte im kommenden Jahr einen Input für neue Mitglieder der Anlaufstelle entwickeln. Sie ist weiterhin aktiv auf der Suche nach neuen Mitgliedern.